Die Kitzinger 34/2008
Pressebericht in "Die Kitzinger" Ausgabe 34/2008
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Ein gestochen scharfer Johnny Cash
Für seine Portraits hat Andy Engel aus Etwashausen schon zahlreiche Preise bekommen. Jetzt wird der Tätowierer auch noch zum Fernsehstar: Eine Produktionsfirma produzierte bei ihm eine 60-minütige Reportage für den Fernsehsender dmax. Der 35-Jährige ist am Dienstag, 26. Februar, ab 23.15 Uhr in dem Beitrag „Tattoo – Deutschland sticht zu“ zu sehen, wie er einem Kollegen ein Portrait von Johnny Cash sticht. „es war ungewohnt, wenn einen auf Schritt und Tritt ein Kamerateam begleitet“, sagt Andy Engel.
KITZINGEN. Normalerweise sind die beiden allein. Schließlich sind Tattoos etwas Persönliches. Das weiß Andy Engel, der in Etwashausen sein Tattoo-Studio betreibt. Das Zimmer, in dem er die Tätowierungen sticht, ist normalerweise für Dritte Tabu. Doch kürzlich machte er eine Ausnahme: Ein ganzes Kamerateam war bei ihm zu Gast. Sie drehten eine Reportage über Andy Engel, die am Dienstag, 26. Februar, ab 23.15 Uhr auf dem Sender dmax gezeigt wird.
Als die Produktionsfirma Blue Eyes Film & Television bei Andy Engel nachfragte, ob er Interesse hätte, musste er nicht lange überlegen. Natürlich hatte er Interesse. „Wir sind stolz darauf, dass eine Reportage über uns gedreht wird“, sagt er. Tattoo – Deutschland sticht zu lautet der Titel des 60-minütigen Beitrags. Er zeigt Andy Engel, wie er einem befreundeten Tätowierer ein Portrait von Johnny Cash sticht.
Bei den Tätowierern und solchen, die sich tätowieren lassen wollen, ist Andy Engel schon lange mehr als ein Geheimtipp. In Fachmagazinen stößt man immer wieder auf seinen Namen, immer wieder sind Tattoos von ihm abgebildet. Auf Conventions reiht er sich unter den Besten ein. Zahlreiche Pokale zieren ein Regal, das im Foyer seines Studios steht. Etwas fällt dabei auf: Die Auszeichnungen erhält er immer häufiger für seine Portraits. „Wir tätowieren hier nicht nur Portraits“, sagt Andy Engel. Aber er tätowiert viele Portraits.
Portraits gelten unter Tätowierern als eine der schwierigsten Formen. „Es gibt nur wenige Studios in Deutschland, die photorealistische Portraits stechen“, sagt Andy Engel. Deshalb überrascht es nicht, dass Tattoo-Begeisterte aus ganz Deutschland, teilweise sogar aus ganz Europa nach Kitzingen kommen, um sich von dem 35-Jährigen tätowieren zu lassen.
Tattoos sind noch immer gefragt. Diese Erfahrung macht der Kitzinger Tätowierer, dessen Warteliste länger ist als die der meisten Fachärzte. Wer sich heute dafür entscheidet, sich von Andy Engel ein Tattoo stechen zu lassen, wartet je nach Motiv mehrere Monate auf einen Termin. Aber dafür verspricht er nicht nur Qualität sonder garantiert auch für hygienisch einwandfreie Verhältnisse beim Tätowieren.
Die Wartezeiten werden sich aller Voraussicht nach nicht verbessern, wenn die Reportage am 26. Februar ausgestrahlt wird. „Der Boom wird nicht ausbleiben „, prophezeit er. Doch als Werbung betrachtet er den Beitrag nicht, eher schon als Würdigung seiner Arbeit. Schließlich hat die Produktionsgesellschaft schon drei Staffeln der Doku-Soap „Tattoo – eine Familie sticht zu“ gedreht.
Über eine Protagonistin, die Comicexpertin Tschiggy, kam auch der Kontakt zwischen Redakteurin Nina Höfer und Andy Engel zustande. „Tschiggy kennt Andy schon und hat uns auf die Idee gebracht, über ihn zu drehen“, sagt Nina Höfer.
Deshalb reiste sie mit einem Kamerateam nach Etwashausen. Für Andy Engel eine ungewohnte Situation. Einen ganzen Tag lang verfolgte ihn auf jedem Schritt ein Objektiv. Da kam es auch schon einmal vor, dass er sich den Kaffee noch einmal einschenken, oder eine Hand noch einmal schütteln musste, nur weil die Kameraeinstellung nicht gestimmt hat. Nur beim tätowieren, da ließ er sich von dem Filmteam nicht reinreden. Das ist Kunst – und Kunst wird nicht wiederholt.
Quelle: "Die Kitzinger" vom 9./10. Februar 2008 (Ausgabe 34/2008)








